Geschichte des RumsSebastian

Die Geschichte des Rums ist in den Anfaengen eigentlich die Geschichte des Zuckerrohrs

Rum wird bekanntlich aus dieser Pflanze gewonnen, doch bis der erste Rum im Fass seinen langen Reifeprozess beginnen konnte, sollten noch einige Jahrhunderte vergehen. Die Zuckerrohrpflanze (lat. Saccharum officinarum) hat ihren Ursprung in Ostasien, wo sie um das 5. Jahrhundert v. Chr. bereits genutzt. Es gibt aber auch Quellen, die von einer Herkunft aus Neuguinea und China berichten, doch das kann durch die Pflanzen-Genetik nicht mehr genau festgestellt werden.

Rumfeld


Dem Handel um das 1. Jahrhunter n. Chr. hat die Pflanze zu verdanken, dass die Ausweitung weiter Richtung Westen stattgefunden hat. Sie erreichte dadurch den Nahen Osten und konnte sich auch in diesem Klima gut entwickeln. Schon früh wurden der Pflanze heilende Kräfte zugesprochen, die in der frühen Medizin genutzt worden sind.

Auch Europa erkannte schnell die Bedeutung der Pflanze als Süßungsmittel für Speisen und Getränke. Durch die Kreuzzüge gelangte die Pflanze auch in nördlichere Gebiete. Man hatte schon vor längerer Zeit erkannt, dass der Saft der Pflanze nach einiger Zeit kristallisiert und dadurch länger haltbar war. Doch die Produktionsmethoden waren noch lange nicht ausgereift, weswegen Zucker lange Zeit den Reichen und Mächtigen vorenthalten.

Zuckerrohr blieb bis zum 18. Jh.  in Europa bis zum 18. Jahrhundert der einzige Lieferant für Zucker, erst später wurde auch die Zuckerrübe genutzt um aus ihr kristallinen Zucker zu gewinnen.


Doch warum kommt der Rum dann zumeist aus der Karibik, obwohl die Anfaenge eigentlich auf der anderen Seite der Welt lagen?

Wie bei so vielen Sachen, hatte auch hier Columbus seine Finger im Spiel. Bei seinen Reisen in die Karibik hatte er auch Zuckerrohr-Stecklinge im Gepäck.

Dieses konnte sich dank des warmen und regenreichen Klimas sehr gut entwickeln. Für Spanien und Portugal wurden die Kolonien in der Karibik sehr bedeutend, da die Nachfrage nach Zucker in Europa rapide zunahm und sich damit sehr viel Geld verdienen ließ.

Zuckerrohrfeld-2


Doch der hohen Nachfrage mussten auch viele Arbeiter entgegengestellt werden, da die Industrialisierung noch nicht erfolgt war und die meisten Schritt händisch erledigt werden mussten. Daher wurden tausende Sklaven aus Westafrika in die Karibik verschleppt.

Auch Frankreich interessierte sich immer mehr für die Karibik, die Inseln Guadeloupe, Martinique und St. Lucia gehörten dazu. Heute noch ist die Insel Martinique für ihren erstklassigen Rum bekannt, doch dazu später mehr.

Später versuchten man auch die Pflanze in Teilen der USA anzubauen, doch hier war das Klima nicht besonder geeignet, sodass dieses Vorhaben schnell verworfen wurde.


Industrialisierung

Mit der immer mehr einsetzenden Industrialisierung konnten die Produktionsmengen weiter gesteigert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte noch keiner an Rum. Durch die stetig steigende Produktionsmengen blieb aber auch viel „Abfall“ übrig. Dieser Abfall war in erster Linie Melasse, diese braune, klebrige und Honig-artige Substanz wurde anfänglich dazu benutzt, die Sklaven und das Vieh zu füttern.

Doch durch einen Zufall entdeckte man, dass die Melasse, vermischt mit Wasser anfing zu gären. Nach ein paar Tagen wurde aus diesem Gemisch eine Art Melassen-Wein, der einen zwar geringen, aber ausreichend berauschenden Alkoholgehalt besaß.

Industrialisierung

Andere alkoholische Getränke waren schon bekannt, doch man sah schnell das Potential, aus dem Überresten der Zuckerproduktion ebenfalls Gewinn zu schlagen. Daher fing man an, den Melasse-Wein zu destillieren, um den Alkoholgehalt zu konzentrieren. Die Franzosen gaben dem Gebräu den Namen „Eau de Vie“, was soviel wie Lebenswasser heißt. Dieser Name ist auch heute noch für Obstbrände in Frankreich geläufig.

Die Portugiesen hingegen nannten das Destillat „Cachaca“. Cachaca findet man auch heute noch in Brasilien wieder, zu Deutsch Feuerwasser, und zielt auf das brennen von hochprozentigen Destillaten ab. Der Caipirinha wird klassisch mit Cachaca gemacht.

Die frühe Form dieses Feuerwasser hatte aber noch nicht viel mit dem heutigen Rum gemein. Die frühen Destillen brachten eher ölig, scharf schmeckende Gemische hervor, die eher dem Zweck des Berauschens und nicht dem Genuss dienten.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die ersten kontinuierlich arbeitenden Destillen aufgebaut, die auch dafür sorgten, dass die Qualität deutlich gesteigert werden konnte.

Hier könnt Ihr mehr über die Destillation erfahren